Vorbereitung:    Musterung  -  Projektvergabe  -  Hospitation  -  Seminar in Osek  -  Ausreise

 

Vorbereitung

Von admin, 29. Juni 2009 20:17
"Ich kann nicht Frieden machen auf der ganzen Welt. Aber ich kann dafür sorgen, dass in mir selber Frieden ist. Und ihn weitergeben an meine Kinder, an die Menschen, mit denen ich arbeite, an die, welche ich treffe, zufällig oder nicht zufällig. Das ist meine Möglichkeit, Frieden auf dieser Welt zu machen. Nicht mehr und nicht weniger". (Ephides)

   Motivation
Am Gymnasium wird die Stufe 11 von vielen Schülern genutzt, um für ein Jahr ins Ausland zu gehen. Damals hatte ich zu wenig Mut und war mir unsicher, ob mir dieses Jahr schulisch nicht weiterhelfen könnte und blieb daheim. Während der letzten zwei Jahre wuchs der Wunsch, auch gerne im Ausland gewesen zu sein.
Den Kriegsdienst mit der Waffe wollte ich von Anfang an verweigern und als Notfallrettungssanitäter im Krankenwagen mitfahren, da mich Biologie und damit Medizin seit längerem interessieren. Dann wurde ich auf den "Anderen Dienst im Ausland" aufmerksam.

Mir gefiel diese „Alternative“ zum Zivildienst auf Anhieb sehr gut, da sie einem attraktive neue Erfahrungsräume eröffnet. Sich mit dem Denken, den Sitten und Gewohnheiten anderer Länder zu beschäftigen, erscheint mir eine wichtige Voraussetzung zum gegenseitigen Verstehen und bietet gleichzeitig die Möglichkeit, seine Sprachkenntnisse erweitern und vertiefen zu können – auch dieses war und ist mir wichtig.
Ein Auslandssemester während der Studienzeit wird einem in meinen Augen keinen gleichwertigen Einblick in eine andere Kultur gewähren können.

Die USA lernte ich während eines 4-wöchigen Camping-Urlaubs mir meiner Familie in Kalifornien als ein sehr interessantes Land kennen, über das ich gerne mehr erfahren würde – gerade auch weil die USA in der Weltpolitik großen Einfluss haben und das Verhältnis zwischen Deutschen und Amerikanern durch den 2. Weltkrieg ein sehr enges ist – trotz der aktuellen Differenzen.

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   Die Evangelische Kirche im Rheinland (EKiR) und die United Church of Christ (UCC) als Trägerorganisationen
Bei der Wahl einer betreuenden Organisation war mein Wunsch, über die Evangelische Kirche ausreisen zu dürfen, recht schnell klar.
Bei meinen Recherchen diesbezüglich stieß ich auf viele christliche Trägerorganisationen, die für mich einen zu starken „Missionarsauftrag“ mit dem Anderen Dienst im Ausland verbanden. Obschon ich gläubiger Christ bin, ist für mich die Toleranz gegenüber anders-gläubigen Menschen sehr wichtig.

Kurzerhand bewarb ich mich mit rund 250 anderen Bewerbern ausschließlich bei der Evangelischen Kirche im Rheinland und wurde mit 60 anderen zu einem Bewerbungsgespräch eingeladen. Schließlich wurde ich, wenn auch nicht direkt, als einer von 24 Teilnehmern angenommen und habe nun die Möglichkeit in die USA zu gehen und dort in einem Projekt der United Church of Christ (UCC) mit Menschen "am Rande der Gesellschaft" zu arbeiten.

Durch die Kooperation der beiden Kirchen ist es möglich, dass jährlich 4 Plätze für Bewerbungen der EKiR frei gehalten werden. Vor allem viele junge und alte Amerikaner nutzen die Chance, sich für einen frei wählbaren Zeitraum sozial in ihrem Land zu engagieren.
Die insgesamt 5 Freiwilligen, die dieses Jahr über die EKiR in die USA ausreisen werden, gelangen jeweils in ein eigenes Projekt. Man wohnt nahe der Einsatzstelle in einer eigenen Wohnung, ggf. mit anderen zusammen.

Mehr Informationen zum Freiwilligendienst der Evangelischen Kirche im Rheinland findet man unter Link www.aktiv-zivil.de und unter Link www.freiwilligen-forum.de.
Zum Freiwilligendienst der UCC gibt es unter Link www.ucc.org/ministries/volunteer/ (in Englisch) mehr Wissenswertes.
Über meine Organisation vor Ort ("La Puente") kann man sich unter Link www.lapuente.net (in Englisch) ein genaueres Bild machen.

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   Kommunikation zwischen Kirche und Freiwilligem
Die Kirche zeigt sich gegenüber ihren Freiwilligen sehr aufgeschlossen und hat ein offenes Ohr – trägt den Teilnehmern aber nicht alles hinterher. So hat sich jeder Freiwilliger selbst um seinen Flug, sein Visum, Impfungen usw. zu kümmern! Da merkt man dann den Unterschied zum Schüleraustausch.
Zum Kontakt mit der Kirche über Herrn Ralf Ramacher (hauptamtlich in der Arbeitsstelle für Kriegsdienstverweigerung, Zivildienst und freiwillige Friedensdienste der Kirche in Düsseldorf zuständig) und untereinander hat die Kirche zusammen mit einem ehemaligen Freiwilligen ein Forum im Internet (Link www.freiwilligen-forum.de) eingerichtet, dass einen öffentlichen Bereich für jedermann besitzt und einen geschützten Bereich für die Teilnehmenden. Diese Möglichkeit der Kommunikation wird von allen seiten aktiv genutzt.

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Für genauere Auskünfte stehe ich natürlich auch gerne persönlich zu Verfügung!

© Nils Utz  ||  Erstellt: 28.07.2003
 

   Ablauf
Die Bewerbungsfristen der meisten vom Bundesministerium für Familie, Senioren,
Frauen und Jugend anerkannten Trägerorganisationen liegen für den
jeweils nächsten Sommer im Dezember. Der Bewerbungsschluss der EKiR war
am 10. Januar 2003. Für Interessierte bot die EKiR im Vorfeld Informationsveranstaltungen
an.

Den Bewerbungsunterlagen war ein Lebenslauf, ein Passbild, ein Referenzschreiben
und ein persönlicher Motivationsbrief beizulegen. In einer ersten Auswahl
wurden dann 60 Leute in kleinen Gruppen zu einem Bewerbungsgespräch am
9. März 2003 eingeladen; dabei führte jeder Bewerber zwei Gespräche
mit unterschiedlichen Personen um ein möglichst unverfälschtes Bild
erhalten zu können.
Nach erfolgreicher Bewerbung wurde zunächst die letztendliche Verteilung
der Freiwilligen auf die Projekte in den verschiedenen Ländern Europas,
Israels, Russlands, und den USA festegelegt.

Allgemeine Informationen zum weiteren Ablauf und den gesetzlichen Bestimmungen
erhielten wir an einem Wochenende vom 29. – 30. März 2003 in Köln.
Vom 24. Juli bis zum 3. August 2003 fand ein weiteres Seminar in Köln statt,
während dessen wir Praktika in sozialen Einrichtungen machten und uns mit
Migrationsfragen und dem Status von Minderheiten in den verschiedenen Ausreiseländern
beschäftigten.
Vom 6. – 16. August 2003 ging es dann für ein weiteres Seminar nach
Tschechien, wo wir halfen ein Kloster zu renovieren.

Ab dem 18. August fand dann die Ausreise in die verschiedenen Länder
statt, mein Flug ging am 21. August 2003.
Wiederankunft in Deutschland war bis zum 30. August 2004, an dem wir uns noch
einmal bis zum 03. September zu einem Nachbereitungsseminar in Simmerrath
trafen. Ich selbst landte am 21. August 2004 wieder in Deutschland.

© Nils Utz  || 
Erstellt: 15.09.2004

 

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