Freitag-Sonntag, 16.-18.04.2004 – Roadtrip nach Vail & Aspen

Von admin, 20. April 2004 12:01

Dieses Wochenende war ich mal wieder „auf und davon“. Es war eines
der schönsten!

Freitag begann mit housesitting für eine Familie weit außerhalb
von Alamosa. Mikki und ich verbrachten die Nacht dort und waren übermannt
von diesem Traum von Haus: es ist mitten in Feldern neben einem kleinen Bach
gelegen und mit einem eigenen Bar- als auch Billardraum ausgestattet! Badezimmer?
Größer als unsere ganze Küche + Whirlpool!

Am Samstag morgen ging es dann auf nach Aspen. So war der Plan. Dann stellte
sich heraus, das die Passstraße über die wir die Rockies überqueren
wollten, geschlossen war. So auch alle anderen Pässe in unserer Umgebung.
So entschlossen wir uns kurzerhand weiter nordwärts nach Vail zu fahren
und dabei Leadville zu durchqueren. Dieses alte Bergbaudorf ist mit 10,200
feet die höchste „Stadt“ in Nordamerika!
Nachdem mein Auto auch diese Bergstraße überstanden hatte, dauerte
es nicht lange, bis wir in Vail waren. Dort ging die Skisesion dieses Wochenende
zu ende. So fanden wir dann auch keine Hollywoodstars vor und auch keinen
Schnee, aber ein Musikfestival und ein nettes Skiresort, einem Alpendorf nachempfunden.
Die Stadt selbst ist allerdings viel kleiner als man denkt – ein Ort,
der nur aus Hotels und Bars und teueren Läden besteht, aber schön
aussieht.
Von dort aus ging es dann nach Glenwood Springs. Die Autobahn wird in meinem
Tourbuch als „ein Meisterwerk von Natur und menschlicher Engenieur kunst“
beschrieben. 60 ist das Limit und die Fahrt durch diesen schmalen Canyon neben
Fluß und Eisenbahn einfach atemberaubend. Glenwood Springs war eine
schöne Stadt, die die weltgrößte Hot Spirngs aufzubieten hat,
wofür man aber kräftig blechen muss. Wir waren fasziniert, wie grün
es nach all den Bergdörfern und Alamosa in dieser Stadt war. Ich nahm
sogar Bilder von Bäumen auf, nur weil sie grün waren – nach
7 Monaten freuten sich Augen und Geist! Dort verbrachten wir auch die Nacht.
Wir campten auf einem Berg mit traumhaftem Blick auf die Stadt und in den
Canyon – tagsüber als auch nachts. Nur das aufwachen bei leichtem
Schneefall war etwas kalt….

Am Sonntag ging es dann doch nach Aspen. Hier war die Skisesion schon vorüber
und die Geschäfte natürlich fast alle geschlossen. Aspen war im
Gegensatz zu Vail viel größer als ich mir das vorgestellt hatte.
Auch diese Stadt war sehr nett aufgemacht und nicht so übermächtig
touristisch wie Vail. Wir beschlossen, zu den Maroon Bells zu wandern, zwei
berühmte Berge. Mit unserem Glück war auch diese Straße für
den Winter geschlossen und so entschied ich übermütig einfach auch
die Straße entlang zu wandern. Dieses taten wir. Es war eine dreistündige
Wanderung von 14 Meilen! Das Ende der Straße erreichte nur ich, Mikki
war früher umgekehrt. Dort stellte ich fest, das es auf Grund von viel
zu viel Schnee kein Durchkommen bis zu dem See kam, den ich erreichen wollte.
Es war etwas frustrierend diesen wunderschönen Gipfeln so nahe zu sein
und sie doch nicht berühren zu können.
Von dort aus fuhren wir dann der sinkenden Sonne entgegen und so kitschig
es sich auch anhört, als wir einen weiteren Bergpass überquerten
und sich vor uns ein riesigen Tal im Sonnenuntergang aufzeigte, war ich einfach
überwältigt. Noch nie vermisste ich meine Kamera so sehr: das Licht
war perfekt auf golden leuchtende (verschneite) Berggipfel gerichtet und das
Grün der Wälder war sehr dunkel, Licht und Schatten gaben ein wahres
Naturschauspiel und im Tal selbst waren mehrere Weingärten. Ein TRAUM!!
Mikki und ich schworen uns, hierhin zurück zu kehren. Der Rückweg
durch Central Colorado war durch viel zu viele geschlossene Bergstraßen
leider eine Qual und wir brauchten nahezu sieben Stunden =(

Dennoch: für alle Reiselustigen kann ich Central Colorado nur empfehlen,
denn die Landschaft ist hier ein Traum, die Rockies sind die höchsten
in Nordamerika und die Täler ein Traum aus Kohle- und Silberbergbau und
Landwirtschaft. Aber: auf Grund von Schneemassen bis in den April, sollte
man hier nur zwischen Ende Mai bis Ende September herumdüsen oder die
Reisepläne werden sich wie unsere in Luft auflösen….

Geburtstagsfeiern: Party, Bonfire & Ski fahren

Von admin, 8. März 2004 12:00

Meine Geburtstagsfeier fand (zumindest für mich aus zwei Gründen
überraschend) am Freitag vor meinem Geburtstag statt. Herzliche Glückwünsche
wünscht man sich hier schon lange VOR dem eigentlichen Geburtstag – was
bei uns ja doch irgendwie mit Unglück verbunden wäre und nicht üblich
ist. Nichts desto trotz war ich auch überrascht, eine Party von meinem
Freunden geschmissen zu bekommen, von der ich nichts wusste!
Nach meinem Arbeitstag in der Food Bank brachte mich Mikki ins Freiwilligenhaus,
nichts ungewöhnliches – bis die Türen aufsprangen und alle mit einem
"Happy Birthday" begrüßten. Alle ware alle meine Arbeitskollegen
vom Milagros (sogar unser Manager Will hatte einen Kuchden gesponsert) und
alle Freiwilligen. Heidi hatte sogar Sekt gekauft =) Andere Leute hatten gekocht
und so war es ein nettes Zusammenkommen, unter dem Motto "happy 5th Birthday"
und ich bekam das ein oder andere Spielzeugauto…

Am Samstag Abend fuhren einige Leute vom Murphyhouse zu Luette’s neuem Haus
außerhalb der Stadt. Luette’s Freiwilligenzeit hört nächste
Woche auf und so zog sie mit ihrem Freund in eine kleine Hütte auf einer
Farm, die malerisch schön ist. Zwar gibt es nur zwei Zimmer (ein Wohnzimmer
mit Küche und ein Schlafzimmer mit Badezimmer) was die Party mit 20 Leuten
und 10 Gläsern allerdings sehr gemütlich machte und nur fünf
Minuten warmes Wasser sowie keine Heizung, aber so ist das hier außerhalb
der Stadtgrenzen… Wir hatten ein großes Feuer neben der Büffelwiese
angezündet und irgendwie hatte es eine große Atmosphäre -
Hühner, Büffel und Pferde neben sich, ein großes Feuer vor
sich und einen sternklaren Himmel über sich. Wir spielten in der Werkstatt
des größeren Farmgebäudes Kicker bis Mitternacht und hatten
eine gute Zeit.

Sonntag morgens ging es dann schon früh los. Wegen eines Anrufs musste
ich schon um 6:45 Uhr aufstehen bevor wir um 7:30 Uhr nach Wolf Creek zum
Skifahren aufbrachen. Als wir dort gegen 9 Uhr ankamen, strahlte die Sonne
von einem blaunen Himmel. Gegen Mittag hatte sich diese allerdings hinter
schwarzen Wolken versteckt und als wir gegen 4 Uhr nach Alamosa aufbrachen,
schneite es tonnenweise herab und die Temperaturen waren weit unter den Gefrierpunkt
gefallen! Dennoch war es wunderbar gewesen noch einmal Ski zu fahren, auf
wunderschönen Pisten, auch wenn der Nachmittag auf Grund von Nebel und
eisiger Kälte (-10°C) nicht der schönste war.
Zu Hause angekommen hätte ich direkt ins Bett fallen können, aber
Mikki, die den Tag zu Hause geblieben war, hatte für mich ein Dinner
gekocht: Steak, zweifach gebackene Kartoffeln und eine Gourmet-Salat warteten
auf mich an einem kleinen Tisch mit vielen Kerzen! Was ein guter Ausklang
eines rundum schönen Tages, so dass ich später umgehend in tiefen
Schlaf fiel – für sechs Stunden…

Frühlingsgefühle, Berge, Bandalier & Los Alamos

Ein langer Arbeitstag stand mir heute bevor. Wie üblich begann er um
6:30 Uhr im Milagros, das zwar mit viel Trinkgeld aber dennoch wenig Besuchern
aufwartete, so dass viel Zeit zum Entspannen war, wie die Zeitung zu lesen.
Gegen Mittag waren die Temperaturen schon auf 58°F gestiegen und das T-Shirt
war Schutz genug gegen die leichte Briese, als ich um 14:30 Uhr vom Milagros
zur Food Bank wanderte. Dort war heute ganztags Frühjahrsputz angesagt!
Das war allerdings auch dringenst nötig gewesen!! Glücklicherweise
konnte die letze Truppe von Freiwilligen (Studenten, die eine Woche während
ihrer Semesterferien in Alamosa sind und Freiwilligendienst leisten) unseren
großen Raum am Ende der Food Bank verputzen und streichen, so dass wir
ihn nun wirklich als ganzen Raum nutzen können und es hoffentlich nicht
mehr hereinregnet und die Temperaturen nicht mehr unter den Gefrierpunkt fallen.
So konnten wir heute endlich Tonnen von Lebensmitteln (ihr solltet sehen,
wie viel Lebensmittel wir haben! Allein ca. 8 mannshoch gestapelte Paletten
Mehl…) von unserem Lagerraum am Rand der Stadt in die Food Bank bringen,
wo wir es hoffentlich schneller verwenden können und es keinen weiteren
Mausattackten ausgesetzt ist.
So war ich erst um 17:30 Uhr fertig mit meinem Arbeitstag, der nur 15min.
Pause zuließ. Aber alles entschädigte für zwei suberere Räume
in der Food Bank und vor allem endlich wieder auf der Laderampe eines Pickup-Trucks
im T-Shirt durch das Land cruisen zu können! =)

Überhaupt fange ich an, das Tal zu lieben. Man muss die Vorteile der
Wüste erkennen: zwar gibt es in der direkten Umgebung nicht viele Bäume,
was einem aber einen umwerfend weiten Blick ermöglicht. So kann ich 10min
ausserhalb der Stadt jeden Berg sehen, der das Tal umgibt (mehr 3 Autostunden
lang) – zur Zeit umwerfend, wo die Sonne von einem strahlend blauen Himmel
ohne Wolken auf verschneite Berggipfel scheint…

"Du magst das Wetter in Colorado nicht? Warte fünf Minuten!",
lautet ein Sprichwort. So hatten wir zwar ein frühlingshaftes Wochenende,
aber am Freitag noch hatte es in Alamosa so heftig geschneit, das man nicht
mehr als 10m weit sehen konnte, der Verkehr zum Erliegen kam und Schneeschaufeln
angesagt war. Das ist nun alles wieder geschmolzen.
Auf Grund des Wetters, beschlossen Mikki und ich am Sonntag (gestern) zu den
Sand Dunes zu fahren und dort ein bisschen herum zu wandern, was sehr schön
war – schließlich waren wir das letzte Mal im August dort gewesen!

Am Samstag fuhren Mikki und ich nach New Mexico und brachen dieses Mal noch
nicht einmal mit unserem Auto zusammen ;) Morgens ging es los und zwei Stunden
später befanden wir uns auf einer malerischen Bergstraße an den
Ausläufern der Sangre de Cristo Mountains, die spektakuläre Blicke
eröffnete und uns durch viele abenteuerlich kleine Straßen führte,
vorbei an schönen Friedhöfen und kleinen spanischen Dörfern.
In Santa Fe besuchten wir leider nur den Einkaufsmarkt um frisches Gemüse
zu bekommen, weil wir keine Zeit für den Bandalier Nationalpark verlieren
wollten.
Dort sahen wir uns die Ruinen einen alten indianischen Pueblos an, das auch
Felswohnungen beinhaltete, in denen man sich über Leitern hineinsetzten
konnte. Auf Grund des wunderbaren Wetters beschlossen wir auch eine kleine
Wanderung zum Rio Grande zu unternehmen, der von einem Bach hier in Alamosa
dort unten schon ziemlich breit durch einen tiefen Canyon führt, vorbei
an zwei Wasserfällen. Kurz vor Sonnenuntergang erreichten wir wieder
unser Auto. Das Highlight waren neben den Höhlenwohnungen auch die Begegnung
mit Rehen gewesen, die dieses Mal fotogen drei Meter vor uns auf dem Weg standen
und sich gerne abbelichten ließen!
Gegen Abend rasten wir dann nach Los Alamos, der Stadt, in der die Atombombe
entwickelt wurde und auch heute noch militärische Neuheiten in vielen
versteckten Laboratorien entwickelt. Mehr als Labore gibt es allerdings auch
wirklich nicht! Irgendwie schafften Mikki und ich es aber durch ein falsches
Straßenschild in eines dieser Hochsicherheitslabore hineinzufahren.
Wir waren beide überrascht, als die zweispurige Straße in gleißem
Flutlicht erstrahlte und drei Soldaten unser Auto umgaben, dann allerdings
mehr als freundlich den richtigen Weg wiesen.
Im eine Stunde entfernten Taos wollten Mikki und ich die Vollmondnacht eigentlich
in einer natürlichen Thermalquelle am Rio Grande verbringen, aber wir
konnten sie leider nicht finden, da es zu dunkel war. So erreichten wir Alamosa
500 Meilen später am späten Abend.

Zur Zeit verbringe ich einen großteil meiner Freizeit in Reiseführern
über New York City und sollte wohl auch mit den Planungen zu Philadelphia
anfangen, aber es gibt einfach zu viel zu lesen und im Internet zu organisieren…

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Volunteer Retreat

Von admin, 21. Februar 2004 12:00

Das dichte Schneetreiben von heute Morgen hat etwas nachgelassen und mein
Blick schweift von unserern eingeschneiten Autos über die verschneite
Landschaft bis zu den Bergen, die uns umgeben.
Ich befinde mich gerade in South Fork, ca. 45min. von Alamosa, kurz vor der
Passstraße über die San Juan Mountains, gelegen. Dort findet dieses
Wochenende in einem großen, sehr schönen Haus mit Whirlpool unser
Freiwilligen-Seminar von La Puente statt. Wir bekamen dieses Haus gestellt
und $500 in bar. $200 haben wir einer Freiwilligen gegeben, damit sie dieses
Wochenende an der Beerdigung der Mutter ihres Verlobten teilnehmen kann.

Ursprünglich wollten wir heute zu dieser Zeit (11 Uhr) in Schneeschuhen
herumwandern. Aber nachdem wir alle bis ca. 10 Uhr geschlafen hatten, dann
zum Frühstück das Feuer im Wohnzimmer entfacht war um Wärme
ins Haus zurück zu bringen und man sich in Bettdecken gehüllt hinter
Buchseiten versteckte und seinen Tee schlürfte, den großen Schneeflocken
beim Tanz zur Erde zusah, da war klar: ein Video vielleicht, aber nach draußen,
nein, da ist es hier doch viel zu gemütlich!

Gestern Abend haben wir beim "Hungry Logger" gegessen und das hat
mich auch ohne Baumfäller zu sein satt gemacht. Der Whirlpool sah auch
gestern schon gut aus, aber heute muss ich ihn wirklich so früh wie möglich
einweihen. Alles in allem steht uns also ein super entspanntes Wochenende
auf Kosten von La Puente bevor! Perfekt! =) Unser Freiwilligenkoordinator
hat sich entschieden uns noch nicht einmal zu begleiten, sondern alle Freiwilligen
wirklich unter sich zu lassen, so dass wir die Arbeit voll und ganz hinter
uns lassen können…

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Februar 2004: Schnee, Skis, Rehe & Mehr

Von admin, 1. Februar 2004 12:00

Als ich in meinem kürzlich fertiggestellten Rundbrief schrieb: "Der
meiste Schnee fällt in den Bergen", da wusste ich wohl nicht, was
Alamosa in diesem Februar bevorstand. Zwar habe ich schon seit Januar keinen
Tag erlebt, an dem wirklich kein Schnee lag, aber es waren dann doch ein vielen
Tagen nur noch kleine weisse Flecken.
In den letzten zwei Wochen gab es dann aber wirklich mehr Schnee als genug!
Nach dem heftigsten Schneesturm meines Lebens im Auto waren am nächsten
Tag in Alamosa die Schulen geschlossen, blankes Eis putzte die Landstraßen.
Seitdem gab es fast jede 2. Nacht Schnee. Und wenn ich bis jetzt kein kitschiger
Heimat-Roman-Schfreiber war, so komme ich nicht umhin jeden Abend an meinem
Zimmerfenster zu stehen und der Herde Rehe zuzusehen, wie sie quer durch alle
Gärten traben und dabei nur einem Meter von meinem Fenster entfernt sind.
Wenn dann die Schneeflocken vom Himmel fallen und die Straßenlaternen
alles in ein sanft gelbes Licht tauchen, ja dann fühlt man sich einfach
pudelwohl!
Wie mein Boss sagte: "Alamosa ist dieser Tage ein richtiges Bergdorf".
Weiße Straßen, Schnee bei Nacht und strahlend blauer Himmel am
Tag und zu warme Temperaturen über dem Gefrierpunkt machen jeden Spaziergang
wundervoll und ich genieße die weiße Pracht, die ich so aus Deutscland
einfach nicht kenne!

Natürlich, sie fordert Tribut von Mensch und Technik. Lange Unterwäsche
ist bei -15°F keine Frage von cool oder nicht, sondern der einzige Weg
auf dem Fahrrad nicht vollständig zu erfrieren. Das die sehr alten Autos
der Food Bank nicht starten wollen oder nach mehreren Startversuchen von bis
zu 20min. eine halbe Stunde aufwärmen müssen, daran kann man sich
gewöhnen. Im Freiwilligenhaus neben dem Shelter sind aber leider fast
jede Nacht die Wasserleitungen eingefroren, so dass kleine Heizofen die Heizung
beheizen müssen und es bis zum Nachmittag dauern kann, bis es fließendes
Wasser gibt. Stromausfälle sind auch viel häufiger als im Sommer
und so häufig, wie ich es aus Deutschland nicht kenne.

Das Winterwetter bietet aber natürlich wunderbare Gelegenheiten zum
Skifahren! Meinen ersten Ausflug in das Skigebiet mit dem meisten Schnee in
ganz Colorado, Wolf Creek, unternahm ich am 1. Februar – ganz umsonst. Milagros
hatte zu einem gemeinsamen Ausflug aller Mitarbeiter eingeladen, das Geschäft
einfach geschlossen (für’s Skifahren tun das einige Geschäfte!!)
und wir hatten eine gute Zeit. Trotz vorgeschriebenen Schneeketten hörte
das Schneetreiben auf der Passstraße auf, als wir unsere Lifttickets
in der Hand hielten und ich jubelnd vom Lift kam als ich merkte, das ich nichts
verlernt hatte. Es war definitiv "a lot of fun"!
Deshalb ging es dann am nächsten Sonntag direkt noch einmal Skifahren,
dieses Mal aber ganztags bei dichtem Schneetreiben und -10°C! Es hat sich
aber wirklich gelohnt, denn so viel Pulverschnee wie hier, kriegt man nicht
alle Tage. Nur die Füße, die mussten von heißen Dusche wieder
zum Leben erweckt werden….

17. Januar 2004 – Snowshoeing & Pagosa Springs

Von admin, 1. Januar 2004 12:00

Relativ früh machten sich die Mikki und der Nils auf den Weg Richtung
San Juan Mountains, der Passstraße ins südöstliche Hochplateau
Colorados. Der Plan: mit Schneeschuhen wandern zu gehen. Das Ziel: Vom höchsten
Punkt der Passstraße aus auf die "Continental Divide" zu wandern.
Es war ein wunderbarer Tag – frischer Schnee vom Vortag, nicht zu viele Menschen
und Sonne, Sonne, Sonne! Wir hatten keine Karte, waren nie zuvor auf Schneeschuhen
gewandert, aber wir fanden den richtigen Weg. Nach 10min. war ich nur noch
im T-Shirt bekleidet und einer leichten Jacke gegen den Wind. Um den höchsten
Punkt in der Umgebung zu erklimmen bedurfte es dann einiger Anstrengungen.
Auf dem Weg auf den nur 11.500 Fuß hohen Berg dachte ich mehrmals, "nein,
zwei Schritte und mir bleibt die Luft aus". Schließlich oben angekommen,
wurde ich für alles entschädigt, sogar meine Lungen beschlossen
wieder etwas Sauerstoff aus der dünnen Luft zu filtern. =) Ein Blick
nicht nur auf Passtraße und Skigebiet auf der anderen Seite, sondern
über verschneite Berggipfel und Gletcher einer der höchsten Bergketten
Nordamerikas – unendlich weit!! Einfach traumhaft, so dass wir hier oben verweilten,
bis wir schließlich abgekühlt waren…

Anschließend ging es dann nach Pagosa Springs, einer schönen Stadt
– wie uns versichert wurde. Der hiesige Pfad, auf dem wir noch einmal auf
Scheeschuhen daherwanderten war nicht weniger schön, aber die Aussicht
dann doch etwas begrenzter als in Wolf Creek.
Glücklicherweise hatten wir aber ausreichend Zeit uns dieses kleine Dorf,
vielleicht doch schon Stadt, anzusehen. Wirklich gerne wäre ich die berühmten
Pagosa Hot Springs gegangen, die 16(!) unterschiedlich heisse Thermalquellen
anbieten und wunderbar irgendwo zwischen Whirlpool und ganz natürlichem
Pool im stästischen Fluss angelegt sind. Dieses Wasserparadies, dessen
stark sulfathaltiges Wasser die Luft der ganzen Umgebung einer Ladung Dünger
angleichte, war aber dann mit stolzen $15 doch etwas viel für das Sitzen
in einem kleinen Pool bei Nacht…

Alles neu macht der Oktober

Von admin, 24. Oktober 2003 12:00

Good days for the Food Bank: Wir bekamen die Tage von Safeway eine grosse Menge an Spenden, viel gutes Zeug wie Salat usw. Das konnten wir auch gut gebrauchen, denn am Freitag bedienten wir 15 Personen, die für insgesamt 59 Leute Essen bekamen – harte Arbeit!
Was die Arbeit in der Food Bank aber wirklich agenehmer machte, ist, dass einige Leute wie vom Teufel besessen unsere zwei Lagerraeume säuberten und man nun nicht mehr zwischen Stühlen und Tischen nach Essen suchen muss, sondern alles sauber und ordentlich sortiert ist. Desweiteren bekamen wir für unseren Lagerraum ein Garagentor einmontiert, so dass wir sehr einfach große Paletten ein- und ausladen koennen. Auch eine neue seitentür für Besucher wurde installiert und wir arrangierten einiges fuer unsere Besucher neu, was für beide seiten ein Erfolg sein wird. Aussserdem haben wir mehr Kühlschraenke in unseren Besucherraum getragen (heute, was viel Arbeit war!), so dass wir mehr Platz fuer Milchprdoukte usw. haben.
Seit gestern wird auch endlich unser Dach repariert. Wir bekamen Ende September eine große Spende von $10.000, weil es bei jedem noch so kleinen Regen in einen unserer Lagerräume regnete – und das nicht zu knapp, ein Badesee wollte ich bereits eröffnen!! Das soll nun hoffentlich bald ein Ende haben…..

Nach der Arbeit war ich nochmal was radeln und habe wieder Rehe aus nächster Nähe gesehen und überhaupt die Zeit sehr genossen, wie einen schönen Sonnenuntergang gesehen.
Desweiteren laufen die Planungen für Weihnachten, die ich zu 99% bei Mikkis Eltern in Minnesota verbringen werde (Link www.kenadian.com). Ihre Eltern werden übrigens in wenigen Minuten hier eintreffen und bis Montag Mittag bleiben – da sind wir doch mal gespannt, wie’s läuft. ;)
Morgen geht’s dann mal wieder wandern, den naechsten 14.000er erklimmen und mich um 5 Uhr aus dem Bett holen. Oh my gosh! However, on Sunday I’ll join Mikki and her parents to do something cool. Nice weekend! Hopefully….. =)

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Sonntag, 31.08.2003 – Crazy Gottesdienst, Sand Dunes und neue Freiwillige

Von admin, 31. August 2003 12:00

9:30 Uhr: Abfahrt zum Gottesdienst mit nahezu allen Freiwilligen zur "Rivers
of Joy Church". Klingt nach "fun" und einer schönen Feier.
Es war auch "joy", als wir zu Beginn Lieder sangen usw. Doch dann
begann ein Missionar zu predigen. Eine Stunde, eine zweite Stunde … Aber nicht
wegen der Länge, sondern wegen dem Inhalt verließen wir nach 2 1/2
Stunden die Kirche – nach einer Predigt, deren Aussage mir leider verwehrt blieb
und mich langweilte, fing der Typ an Leuten zu sagen, was sie für Probleme
haben und sie dann davon zu heilen. Und einige machten da wirklich mit! Nachdem
er dann alle heilen wollte, verließen wir lieber fluchtartig dieses absurde
Treiben… .
Nie wieder, aber eine Erfahrung! Etwas unheimlich.

Dann gab’s ein gemeinsames Mittagesessen im Murphy-House
bevor wir von dort aus zu den Great Sand Dunes starteten,
riesigen Sanddünen wie in der Wüste direkt vor den Bergen. Es war
total spaßig und schön!
Great Sand DunesEs
hat etwas bizarres, wenn man eine Stunde zu den Bergen fährt und dann vor
einem riesigen Sandhaufen steht – der gehört in die Wüste, aber nicht
vor eine bewaldete Fläche! 3 Stunden waren wir damit beschäftigt auf
den größten Hügel ganz am Rand (der Rest hätte zu lange
gedauert) zu klettern und nachher wie die Irren hinunter zu rennen. Strandfeeling,
weil barfuß und sonnig! Einige Sandschlachten taten das übrige. Von
oben konnte man recht weit sehen und ich war endlich mal am Rand des Valleys.
Da werden mich die Jungs wieder sehen…

Dann, als wir (Udo und ich) abends mal wieder in
unserem Haus waren, fanden wir dieses sehr aufgeräumt und perfekt gereinigt
vor. Der Grund: eine neue Freiwillige war eingezogen, schätze so 27 Jahre
alt und aus dem Süden der US. Das Gute: wir haben nun ein Auto und eine
Putzfee. Das Schlechte: ich weiß noch immer nicht, ob ich hier bleiben
soll oder ins Murphy-House einziehen soll. Es hängt davon ab, was Dan
sagt und wie ich mit der neuen Freiwilligen zurecht komme.
Vorteil meines Hauses: Super Lage, schönes Zimmer, da nur 3 Leute: Zeit,
Ruhe und Platz für sich selbst. Vorteil vom Murphy-House: nette Leute.
Wie soll man so unterschiedliche Dinge denn bitte auch abwägen??

Jetzt, wir haben bald Mitternacht, sind unsere anderen Hausbewohner, die durch
eine kleine Türe abgetrennt sind, bei uns: Tom
und seine Frau Bev (ca. 50), beide arbeiten als Freiwillige
bei La Puente und man sitzt im Wohnzimmer und unterhält sich. Leute aus
unterschiedlichen Ländern und Altersgruppen. Ob es das in Deutschland so
auch gäbe?? Das mag ich hier.

Samstag, 30.08.2003 – Freude & Trauer & Freude

Von admin, 30. August 2003 12:00

Um 9 Uhr wurde ich durch Telefon und einige "busy people", die morgens
um 8 Uhr Teller wuschen, endgültig geweckt, räckelte mich aber noch
eine Stunde in der Sonne, die ins Wohnzimmer fiel und unterhielt mich mit Udo
und Mikki – der Rest musste arbeiten oder schlief
noch.
Dann ging ich gemeinsam mit den beiden ins Milagros
und wir genossen unseren ersten Drink des Tages. Die Zeitungen informierten
dabei über Neuigkeiten. 72°, Sonne, was ein Tag!

Zu Hause angekommen war erstmal telefonieren mit Deutschland angesagt und
mein Zimmer staubsaugen, was mir auf Grund unseres hypermodernen Staubsaugers
aus dem 2. Weltkrieg einen Gehörsturz beschehrte. Dann veranstaltete
ich eine Party für mich, was heisst, dass ich die Musik aufdrehte und
dabei Fotos aus der Tasche kramte. Und tatsächlich: das erste Mal hat
mein Zimmer hier was von "wohnlichem"; werde es aber noch ausbauen…

Was mir aber dabei auch durch den Kopf ging, ist, dass ich zwar jetzt ein
neues Zimmer habe, mit dem ich zufrieden bin, aber Udo
gehen wird und ich nicht weiß wer hier einziehen wird – morgen soll ev.
eine neue Freiwillige ankommen… Darauf bin ich gespannt wie nix, denn es gilt
ein Jahr lang zusammen zu leben!
Dabei habe ich irgendwie im Hinterkopf, dass im Murphy-House
noch immer ein Zimmer "quasi" frei ist und ich nicht besser dort hätte
einziehen sollen, mit mehr Voraussicht also handeln sollen, denn mit zumindest
zwei Leuten verstehe ich mich dort richtig gut! I don’t know. Ein schwierige
Sache und ich hoffe, keine falsche Entscheidung in meinen ersten Tagen getroffen
zu haben – zur Not werde ich dort fluchtartig einziehen x(
Na ja, sowas ging mir auch durch den Kopf, also auch das erste Mal die Sorge,
wie es denn wird, das Jahr.

Abends, nachdem es durch Regen so kräftig abkühlte, dass nach der
kurzen Hose vom Morgen eine Jacke notwendig war, ging ich bei Safeway
shoppen um endlich auch hier einen normalen Toast (Brot gibt es nicht) mit Käse
und Wurst genießen zu können.
Auf dem Rückweg entschied ich mich, beim Murphy-House
vorbei zu schauen, wo ich dann auch bis Mitternacht blieb und wir "Amélie"
guckten – leider verstand ich den englischen Untertitel besser als das Französisch
x( Wie immer war es sehr nett!

Was mir hier irgendwie gefällt und was es mir hier gut ergehen lässt,
ist, dass man zum einen recht frei ist, was man tun möchte, man unheimlich
viel neues erlebt und erlernt und es interessant ist, einen Film zu gucken,
sich danach 10 Minuten über Gott zu unterhalten und dann über ganz
andere Dinge zu sprechen – mit Leuten, die im großen und Ganzen die eigenen
Ansichten teilen, aus Deutschland, Minessota, der
Nähe New Yorks und anderen Regionen kommen.

Morgen geht’s gemeinsam zum Gottesdienst, anschließend hoffentlich zu
den Sand Dunes. =)

Freitag, 29.08.2003 – Miagros und der große Reinfall

Von admin, 29. August 2003 12:00

Heute war früh Aufstehen angesagt, denn um 7 Uhr musste ich bereits arbeiten.
Das schöne daran ist, dass man zum einen den ganzen Nachmittag frei hat
(die Sonne scheint!) und mich eine freundliche Person namens Lisa
persönlich weckte – da will ich also nicht meckern. ;)
Die Arbeit heute war in jedem Fall "fun" und ich habe viel gelernt.
Morgens war es so voll, dass ich nur den nächsten Kaffeebecher nahm und
auffüllte ohne die Gäste zu sehen. Mittags war dann gar keiner mehr
da. Bin dennoch ziemlich unzufrieden mit mir: eine falsche Kassenabrechnung,
die mir nicht auffiel, sondern dem Gast und drei falsch gemixte Getränke…
x( Nicht gut.

Dennoch bekam ich mein erstes Gehalt. Ich werde wohl bei einer lokal ansässigen
Bank in der nächsten Zeit ein Konto eröffnen und mir eine "Debit-Card"
zulegen – das ist eine Kreditkarte ohne Kreditrahmen, wird hier aber überall
akzeptiert und soll kostenlos sein…

Tja, es scheint wie gesagt endlich wieder die Sonne, nachdem es die letzten
Tage hier nur geregnet hat und es sind so ca. 18 – 20 °C. Es ist ein wenig
blöd, dass wir nur einen Videorekorder haben und keine Antenne um Nachrichten
zu sehen o.ä. Das einzige was mich informiert, sind die Zeitungen, die
Leute mit ins Café bringen. So las ich heute überrascht, dass Nord-Korea
einen Atomtest starten will. Wenn das stimmt, geht’s ja bald wieder ab. Die
Welt ist schon komisch….
Manche Leute sind aber sehr nett. So die, mit denen ich zusammen im Milagros
arbeite und die, die in diesem Moment unsere Küche abermals streichen:
5 Studenten aus Colorado Springs, die wir vielleicht
am Sonntag dort treffen werden.

Ich selbst werde jetzt mal mit den Mädels zur "Food Bank" gehen
und als arme Volunteers um einige kostenlose Speisen betteln für unseren
Trip nach Colorado Springs, der hoffentlich gut wird,
bin mal gespannt, kenne die Leute mit denen ich fahre ja kaum! A kind of adventure.
Wünscht mit gutes Wetter und warme Nächte! I’m exited…

Nachtrag: Absage
Ich hatte um 17 Uhr gerade mit dem Packen angefangen, da rief mich Mikki
an, um mir mitzuteilen, dass Erin kein Zelt für
uns gefunden hat, was sie eigentlich tun wollte. Dazu kamen noch ein paar andere
Sachen. Im ersten Moment war ich schon was enttäuscht, denn ich hatte mich
echt gefreut und natürlich bereits einige Vorbereitungen getroffen.
Das gute an der Sache war, dass ich mein neues Zimmer etwas weiter fertig
bekam und wir anstatt dessen einen Sit-In im Murphy-House
veransalteten, dem Freiwilligenhaus, in dem die meisten Freiwilligen leben.
War "fun"! =)) Udo und ich haben dann
auch dort gepennt…

Donnerstag, 28.08.2003 – Miagros, Politik, Küche und neues Zimmer

Von admin, 28. August 2003 12:10

Mein Tag begann heute recht lässig, musste nämlich erst um 11 Uhr
arbeiten! =) So war Zeit, einmal mit Deutschland zu telefonieren, was mich erfreute.
Dann begann also mein erster Tag im Coffeeshop von "La
Puente", genannt "Milagros". Es war
nicht so einfach wie ich dachte, Kaffee zuzubereiten. Da gibt es normalen
Espresso, welchen ohne Koffein, normale Milch, fettarme Milch, soy-milk, …
Es gibt dazu wahlweise Schokolade, Caramel, Vanille, …. Je nach Art in unterschiedlichen
Konzentrationen usw. Dazu die Kasse machen und alles sauber halten.
Aber es macht Spaß! Man sieht viele Leute und die Einrichtung dieses ganzen
Ladens mit südamerikanischer Musik hat einfach was für sich.

Als ich um 18:30 Uhr zu Hause ankam, gab es eine kleine Überraschung:
unsere Küche wurde von mir unbekannten Leuten gestrichen. Ich sage nur
"vielen Dank", denn sie ist jetzt nicht mehr braun, sondern hat
weiße Wände und vierfarbige Türen und Schubladen, macht also
echt was her und bringt mehr "Lebensfreude" in dieses Haus. Aber
ich muss doch sagen, dass ich etwas überrascht war, da Udo und mich zuvor
keiner über diese Aktion informiert hatte! Crazy!! So ist es doch immer
wieder aufregend in ein eigentlich bekanntes Haus zurückzukehren… =)
Allerdings hat die Sache auch einen Hacken: ich hatte heute Morgen angefangen
Adrienns altes Zimmer zu säubern und alles ausgeräumt um heute Abend
dort einziehen zu können. Nun haben die Jungs aber alles Zeug aus der Küche
da rein geräumt, alles umsonst x( Mal sehen, ob ich das noch hinkriege,
denn zur Zeit habe ich meinen Koffer noch immer nicht auspacken (können)!
Sehr übel…. Alles ist ziemlich chaotisch was meine eigenen Sachen anbelangt.
Möchte eindlich "einziehen".

Meine Wochenendplanung ist konkreter geworden: ich werde mit zwei anderen
Freiwilligen nach Colorado Springs fahren und dort
campen. Einen Schlafsack haben mir die Mädels freundlicherweise organisiert,
eine Karte habe ich beigesteuert und ein Auto haben wir auch. Jetzt müssen
wir uns nur noch einen Campingplatz und Essen besorgen und hoffen, dass ich
nicht erfriere, denn der Schlafsack den ich bekommen soll ist kleiner als ein
gefalteter Pullover und es regnete heute den ganzen Tag, typisch deutsches Wetter
würde ich mal sagen mit "normalen" Temperaturen. Nicht gut für
unseren Trip.

Heute wurde ich auch das erste Mal auf den Irak-Krieg und meine Position als
Deutscher angesprochen. Ein Typ, der Soldat war und im Milagros war, sagte,
wir Deutsche würden doch alle Amerikaner hassen, obwohl es Deutschland
wie es heute ist ohne sie gar nicht gegeben hätte und es nicht darauf ankommt,
dass keine Massenvernichtungswaffen gefunden wurden, die werde man nämlich
noch früh genug finden. Etwas crazy, denn da konnte ich dann nichts mehr
sagen!

NACHTRAG: Einzug
Alle meine Koffer sind endlich gänzlich ausgepackt und meine Sachen in
einem ziemlich zugestellten Zimmer in einem riesigen Wandschrank untergebracht.
Somit lebe ich jetzt in einem Schlafzimmer mit Computer und habe einen "dressing-room"
– da kann man nicht meckern ;)

Samstag, 23.08.2003 – Meine neue Schwester

Von admin, 23. August 2003 12:00

Geneva lud mich am Abend zuvor ein, doch mit ihr und
ihrem Mann gemeinsam das Enkelkind aus Pueblo abzuholen,
der nächsten großen Stadt ausserhalb des Tals. Ich sagte zu, denn
zum einen hatte ich überraschenderweise ;) keine Pläne für’s
Wochenende und zum anderen wähnte ich eine gute Chance mehr vom Land zu
sehen.
Die Probleme begannen damit, dass wir um 7 Uhr morgens fahren wollten und mein
Funkwecker keine Funkverbindung fand. Ich hatte also keinen Wecker und wusste
nicht, wie ich es schaffen sollte um diese Zeit fertig zu sein. Schließlich
bekam ich Udo überredet mir seine Uhr zu leihen,
wurde aber doch ohne Wecker wach (Jetlag?).
Dann ging es los, zwei Stunden Fahrt. Zwischenstop, Frühstück: ein
Omlett mit Kartoffeln und einer heißen Schokolade und einem eiskalten
Wasser. Ankunft bei Genevas Schwester, Familienfoto,
Abfahrt. Zwichenstop bei Wal-Mart. Eine Stunde in
der Kinderkleiderabteilung. Müde und erschöpft wieder 2 Stunden
Heimfahrt. Zwischenstop, Mittagessen bei McDonalds: French Fries.

Um 16 Uhr war ich wieder daheim, müde und etwas traurig, nichts von der
Stadt gesehen zu haben.
Dafür habe ich eine neue Schwester, Marcy, deren
Namen ist nicht amerikanisch genug aussprechen kann, dass sie zufrieden ist.
Sie ist vielleicht 8 Jahre alt und ein ziemlich aufgewecktes, liebenswertes
Kerlchen. Ihre Mutter stellte mich als neuen deutschen Freiwilligen vor und
daraufhin umarmte sie mich und begrüßte mich mit den Worten "What’s
your name? Your my new older brother from Germany, now", nahm mich an der
Hand und von da an war klar, dass ich mit ihr gemeinsam durch die Kinderabteilug
von Wal-Mart stiefeln durfte, was aber recht unterhaltsam
war.

"Daheim" habe ich mich was mit Udo unterhalten
und wir waren gemeinsam in der Bibliothek. Anschließend waren wir im Shelter
Abendessen. Nun sitze ich hier und schreibe ein paar Mails und die ersten Tagebucheinträge
für meine Homepage. Adrienn ist irgendwie weg,
habe sie den ganzen Tag noch nicht gesehen, schade. Bin super müde und
werde, obwohl es sehr traurig ist für Samstag Abend, früh ins Bett
gehen.
So, gerade haben Udo und ich noch einen Moorhuhn-Kontest
gehabt, das einzige Spiel was auf meinem Laptop läuft. Muss mal den anderen
Computer, der hier in der Küche steht, ausprobieren…

Freitag, 22.08.2003 – Ein Tag voller Eindrücke

Von admin, 22. August 2003 12:00

VolunteerhouseWow,
hatte ich lange schlafen können: Um 10:30 Uhr wurde ich wach. Ich war allein
zu Haus. Das erste Mal, dass ich dieses Haus bei Tageslicht sah. Also stiefelte
ich in Boxer-Shorts herum und schaute mich um. Bewunderte die alte Mein ZimmerWaschmaschine,
unsere Küche mit dem riesigen Kühlschrank, die urige Einrichtung,
mein kleines Zimmer, das Bad, … Exciting! Mir ging so vieles durch den Kopf….
Dann hatte ich auch schnell eine Telefondose gefunden und bekam sogar nach dem
zweiten Versuch direkt eine Verbindung und schrieb schnell meine erste Email.

Es war Zeit zu duschen, denn um 12 Uhr wollte ich mich mit Udo
beim Shelter zum Mittagessen treffen. Die Dusche hatte
ich gerade (mit einem hässlichen Handtuch geschmückt) verlassen, da
kam ein Mädel zur Tür herein spaziert. Muss wohl Adrienn
sein, dachte ich mir, die Freiwillige aus Ungarn, von der Udo
berichtete. Und so war es. Erstes Treffen also mit meiner neuen Mitbewohnerin,
die nicht nur gut aussah, sondern auch perfektes Englisch sprach auf dem Flur
mit Handtuch. Ob ich mir das nicht anderes vorgestellt hatte?

Dann ging es zum Essen nach nebenan, zum "Shelter", was prall gefüllt
war. Udo war noch nicht dort, aber ich traf direkt
einige andere Freiwillige zu denen ich mich an den Tisch setzte. Es gab Hamburger
mit Chips und Salat ohne Soße, dazu Wasser aus der Leitung. Schmeckte
gut. Vor allem war es schön andere Leute, die nur wenig älter sind
als ich, kennen zu lernen!
Nach einem Kaffee und Gesprächen über Gott und die Welt ging ich wieder
nach Hause. Dort bot mir Adrienn an, mich mit zum
Postamt zu nehmen, was ich dankend annahm um etwas von Alamosa sehen zu können.
Anschließend gingen wir noch schnell zur Bücherei.

Das führte dazu, dass ich zu meinem ersten Date mit Dan,
dem Verantwortlichen für die Freiwilligen hier, zu spät kam, was aber
nicht schlimm war, da er länger telefonierte und ich in der Zwischenzeit
die anderen Leute aus dem Büro kennen lernte, allesamt sehr freundlich!
So auch Geneva, von der ich bereits viel gehört
hatte, da Udo und Ralf zwischenzeitlich
bei ihr wohnten. Sie nahm sich auch direkt meiner an! ;)
Dan entschied sich mit mir zu einem Gespräch
zusammensetzten zu wollen um mehr über "Nils" zu erfahren.
Das taten wir dann auch in unserem Wohnzimmer. Es war ein gutes Gespräch,
vielleicht eine 3/4 Stunde lang. Wir entschieden, dass ich erstmal hier wohnen
bleiben kann. Adrienn wird bereits am Mittwoch nach
Hause fahren und ich dann in ihr Zimmer ziehen, das schöner, größer
und heller ist und ein besseres Bett hat. Außerdem wollte Dan,
dass ich im "Milagros"-Café und der "Food Bank"
arbeite, womit ich durchaus einverstanden war.
Mal sehen, ob ich nachher doch noch was mit den Kids machen kann, mir scheint
das hier recht locker. Zur Zeit hätte ich dazu nämlich ziemlich Lust.
Und Mikki, eine Freiwillige aus den USA, die sicher
mit den Kids arbeiten wird, scheint sehr nett!

Dann fuhr mich Dan durch Alamosa
und er zeigte mir alle La Puente Projekte. Die weiteren
zwei Freiwilligenhäuser, das Milagros-Café,
Rainbows End und die Food bank.
Das Bürogebäude und das Shelter sind meine
direkten Nachbarn, so habe ich es also nicht weit… Einziger Nachteil: im anderen
Freiwilligenhaus leben 9 Leute, da wird also mehr los sein. Leider liegt es
etwas außerhalb, so dass ein Rad gut wäre. Ich denke, ich werde Adrienns
übernehmen können.
Mit dem Auto gibt es leider Probleme. Dan will mir
ein Auto geben, für die Food Bank. Lance will
das nicht, weil seine Autoversicherung im Jahr 300$ kostet, aber für mich
im Monat 300$ und das zu teuer für La Puente
ist. Mal sehen, Dan meinte, ich solle mich nicht drum
kümmern, er würde das klären. Ich bin gespannt, denn ohne Auto
sieht es hier echt schlecht aus! Alamosa ist zwar flächenmäßig
groß, aber los ist hier nicht viel. Und sogar um zu Wal-Mart
zu kommen wäre ein Auto praktisch.

Dann war ich also wieder zu Hause und habe einen Stapel Zettel zu lesen und
zu unterschreiben. Zur Geschichte, den Projekten, die AGB und ich muss erklären
keine Drogen zu konsumieren usw.
Abends rief Geneva an und sagte, sie würde mich
in 2 Sekunden zum Abendessen bei ihr zu Haus abholen, was dann auch der Fall
war. Udo kam auch mit. So verbrachte ich also meinen
ersten Abend direkt bei ihr und es gab extra "home made spanish food"
– ich sage nur: "spicy!". Aber lecker. Dann wurde eine Runde Football
gegeuckt und ab ging’s nach Haus und ins Bett.

Donnerstag, 21.08.2003

Von admin, 21. August 2003 12:00

Es war eine kurze Nacht für mich gewesen, denn mein Heimcomputer beschloss
am Abend zuvor mich die CDs nicht so brennen zu lassen, wie ich mir das vorgestellt
hatte. Morgens um 4 Uhr verließ ich dann für ein Jahr mein bequemes
Bett und es ging zum Flughafen nach Düsseldorf.
Dort überraschte mich meine Oma und meine Tante mit ihrem Auftauchen! Süß,
hat mich sehr gefreut. Das "Tschüs-Sagen" viel mir leichter als
gedacht, ging mir doch mein Flug nicht ganz aus dem Kopf und brachte mich so
auf andere Gedanken.

Auf dem Weg nach London ging mir vieles durch den
Kopf, Gedanken, was man so alles zurück lässt – ungern und gern ;)
In London angekommen, war es kein Problem, den richtigen Schalter zu finden,
ich hatte 3 Stunden Zeit! Ich schaute mich in allen Läden um und als ich
mein Ticket für AmericanAirlines einlösen
wollte, da stand auch schon Jan am Schalter, ein anderer
Freiwilliger, mit dem ich zusammen nach Dallas fliegen
sollte.
Der Sicherheitscheck in London dauerte eine geschlagene
Stunde! 3 Leute wurden zu Rate gezogen um festzustellen, ob das Gewicht von
Jans Handy auch wirklich normal ist, Sprengstoffproben
von all unseren Sachen genommen, selbst das CD-Rom-Laufwerk meines Computer
inspiziert und schließlich mein Schulkleber aus meinem Mäppchen als
Waffe einkassiert x(

Auf dem Flug von London nach Bosten
gab’s das Video "What a girl wants" zu sehen, erste Einstimmung auf
Englisch also. Zudem saß ich neben einer sehr netten Amerikanerin, die
in ihrem Geburtstsland Urlaub machte – mit ihrem Ehemann, der Deutscher ist,
jedoch gemeinsam mit ihr in Südafrika wohnt!
In Boston angekommen galt es in die USA einzureisen, also warten, bis man zu
einem Beamten hinter Sicherheitsglas durchkommt. Mein Gespräch lief wie
folgt:
"Passport" – "Here" – "How long do you wanna stay?"
– "One year, I’m a volunteer, wait, …, here, these letters are for you"
er wirft einen flüchtigen Blick auf das Stück Papier und gibt
es mir zurück
"No way, 6 months" – "But, your embassy,
… that doesn’t work" – "I make the decissions, 6 months", Stempel
und fertig.
Jan hatte mehr Glück, er wurde in einen extra Raum gebracht, wo er erzählen
konnte, was er macht und bekam ein Jahr. Ich wurde, auf ihn wartend, des Saals
verwiesen, was ich tat, als zwei Sicherheitsbeamte auf mich zukamen und mich
abermals mit "Sir, Sir" ermahnten!
An diesem Punkt war ich wirklich sehr geknickt, denn ich wollte dem Land nicht
böses und es war diese Willkürlichkeit (ist der Beamte nett oder nicht?!),
mit der man über eine Aufenthaltserlaubnis entschied, die mich traurig
und mich wenig respektiert stimmte.
Der Weiterflug war aber dann recht einfach zu finden, unser Gepäck kam
ohne jede Nachfrage durch den Zoll, das war sehr gut, da mein Koffer zum Bersten
voll war. Leider mussten wir aber sehr lange warten, bis es dann endlich los
ging, Langeweile ohne Ende!

Auf dem Flug von Boston nach Dallas
gab das gleiche Video, die anderen interessierten mich nicht oder ich hatte
sie schon gesehen, Zeit um zu Schlafen also.
In Dallas selbst fanden wir uns auf dem Flughafen
am Anfang gar nicht zurecht. Und das, obwohl ich das erste Mal nicht riesig
Zeit hatte. Aber wir schafften es unsere Abflugplätze zu finden und dann
galt es "Tschüs" zu sagen. Mein Flug nach Albuquerque
hatte dann auf Grund von Gewittern Verspätung und ich wurde sehr müde…
Notiz aus dem Flugzeug auf dem Weg nach Albuquerque:
"Was ein Flug: Mehr als 24 Stunden bin ich nun schon wach und im Flugzeug.
Davor nur 2 Stunden geschlafen. Hoffentlich halte ich durch. In Albuquerque
sind 3/4 aller Flugzeuge von AA. Verspätung von einer Stunde wegen heftigen
Regens. Hoffe Udo muss nicht zu lange warten. Habe vergessen mit ihm ein Erkennungszeichen
auszumachen und weiß gar nicht, wo er wartet. Die Flugzeuge werden immer
kleiner, nun noch nicht mal mehr Essen."

I finally made it! Irgendwann am späten Abend kam ich dann in Albuquerque
an, Udo hatte ich sofort gefunden, war aber etwas
über seinen ersten Satz "We should speak in english" etwas zu
überrascht, als das ich seiner Anweisung gefolgt wäre. Alle Koffer
waren da und so konnte es losgehen. La Puente bezahlte
uns ein Essen bei BurgerKing, das gut tat. Dann fuhren
wir 4 Stunden nach Alamosa, ich fiel aber nach der
ersten Stunde in einen sanften Schlaf…
Kurz vor Alamosa wurde ich dann wach. "Zu Hause"
angekommen, erlebten Udo und ich eine Überraschung:
Freunde von Udo hatten beschlossen "einzubrechen"
und die Nacht in unserem Haus zu verbringen und früh morgens abzureisen.
Einer dieser Leute schlief in dem für mich bestimmten Bett, so dass wir
ihn leider um 2:30 Uhr, denn so spät war es geworden bevor ich ankam, auf
den Fußboden im Wohnzimmer verweisen mussten! "Trouble" direkt
in den ersten Minuten meiner Ankunft.
Aber es war alles kein Problem und ich freute mich nach mehr als 30 Stunden
Reise auf ein Bett…

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