Was, bitte schön, ist Frieden?
Friedensbewegung. Friedensforschung.
Friedenspreis. Friedensdorf. Friedensvertrag.
Haus des Friedens. Platz des Friedens,
himmlisch oder irdisch?
Frieden, eine Illusion von post-Hippies,
die im Stadtpark nackt Yoga üben,
voll Spiritualität und Spirituosen?
PACE flattert um schwingende Hüften.
Frieden, die Abwesenheit von Krieg?
Krieg der schon vor der Türe wartet.
In Sonntagsuniform, mit Blumenstrauß
und Handgranate unterm Hut.
Frieden ist das die Sicherheit,
die keine Pistole, Granate; keine Atombombe
gewähren kann? Durchschlafen. Einkaufen.
Bus fahren. Was ist schon dabei?
Die Zeit, wenn Männer sich um
Fußballergebnise,
die Durchmesser ihrer Penise
und Autofelgen Gedanken machen?
Nachkriegszeit = Frieden?
Förderbänder in Fabriken laufen auf Hochtouren:
schnellere, stärkere, schönere Waffen braucht die Welt.
Frieden = Vorkriegszeit?
Frieden. Wenn der Rubel rollt, die
Währung stabil ist, die Wirtschaft läuft,
Menschen arbeiten? Die Reichen nicht mehr
reicher werden und die Armen nicht mehr ärmer.
Objektiv erfassbar?
Wissenschaftlich messbar?
Philosophisch definierbar?
Individuell erfahrbar!
Frieden. Ein Lob. Ein Händedruck.
Eine Botschaft an Herzen,
das Gewissen,
das Menschliche im Menschen.
Wenn Sonnstrahlen durch
die Wolken brechen,
Frühling einkehrt
und Osterglöckchen sich im Winde wiegen.
Frieden. Sehnsucht in Gefängniszellen.
Sehnsucht hinter Bunkertüren.
Sehnsucht auf der Flucht. Frieden.
Sehnsucht. Sucht? Sucht!
von Felix Spira
An dieser Stelle sei mir ein Hinweis auf die Projekte der Evangelischen Kirche im Rheinland erlaubt, die im Rahmen eines sogenanneten freiwilligen Friedensdienstes interessante Projekte in Israel anbietet.