Freitag-Sonntag, 16.-18.04.2004 – Roadtrip nach Vail & Aspen
Dieses Wochenende war ich mal wieder „auf und davon“. Es war eines
der schönsten!
Freitag begann mit housesitting für eine Familie weit außerhalb
von Alamosa. Mikki und ich verbrachten die Nacht dort und waren übermannt
von diesem Traum von Haus: es ist mitten in Feldern neben einem kleinen Bach
gelegen und mit einem eigenen Bar- als auch Billardraum ausgestattet! Badezimmer?
Größer als unsere ganze Küche + Whirlpool!
Am Samstag morgen ging es dann auf nach Aspen. So war der Plan. Dann stellte
sich heraus, das die Passstraße über die wir die Rockies überqueren
wollten, geschlossen war. So auch alle anderen Pässe in unserer Umgebung.
So entschlossen wir uns kurzerhand weiter nordwärts nach Vail zu fahren
und dabei Leadville zu durchqueren. Dieses alte Bergbaudorf ist mit 10,200
feet die höchste „Stadt“ in Nordamerika!
Nachdem mein Auto auch diese Bergstraße überstanden hatte, dauerte
es nicht lange, bis wir in Vail waren. Dort ging die Skisesion dieses Wochenende
zu ende. So fanden wir dann auch keine Hollywoodstars vor und auch keinen
Schnee, aber ein Musikfestival und ein nettes Skiresort, einem Alpendorf nachempfunden.
Die Stadt selbst ist allerdings viel kleiner als man denkt – ein Ort,
der nur aus Hotels und Bars und teueren Läden besteht, aber schön
aussieht.
Von dort aus ging es dann nach Glenwood Springs. Die Autobahn wird in meinem
Tourbuch als „ein Meisterwerk von Natur und menschlicher Engenieur kunst“
beschrieben. 60 ist das Limit und die Fahrt durch diesen schmalen Canyon neben
Fluß und Eisenbahn einfach atemberaubend. Glenwood Springs war eine
schöne Stadt, die die weltgrößte Hot Spirngs aufzubieten hat,
wofür man aber kräftig blechen muss. Wir waren fasziniert, wie grün
es nach all den Bergdörfern und Alamosa in dieser Stadt war. Ich nahm
sogar Bilder von Bäumen auf, nur weil sie grün waren – nach
7 Monaten freuten sich Augen und Geist! Dort verbrachten wir auch die Nacht.
Wir campten auf einem Berg mit traumhaftem Blick auf die Stadt und in den
Canyon – tagsüber als auch nachts. Nur das aufwachen bei leichtem
Schneefall war etwas kalt….
Am Sonntag ging es dann doch nach Aspen. Hier war die Skisesion schon vorüber
und die Geschäfte natürlich fast alle geschlossen. Aspen war im
Gegensatz zu Vail viel größer als ich mir das vorgestellt hatte.
Auch diese Stadt war sehr nett aufgemacht und nicht so übermächtig
touristisch wie Vail. Wir beschlossen, zu den Maroon Bells zu wandern, zwei
berühmte Berge. Mit unserem Glück war auch diese Straße für
den Winter geschlossen und so entschied ich übermütig einfach auch
die Straße entlang zu wandern. Dieses taten wir. Es war eine dreistündige
Wanderung von 14 Meilen! Das Ende der Straße erreichte nur ich, Mikki
war früher umgekehrt. Dort stellte ich fest, das es auf Grund von viel
zu viel Schnee kein Durchkommen bis zu dem See kam, den ich erreichen wollte.
Es war etwas frustrierend diesen wunderschönen Gipfeln so nahe zu sein
und sie doch nicht berühren zu können.
Von dort aus fuhren wir dann der sinkenden Sonne entgegen und so kitschig
es sich auch anhört, als wir einen weiteren Bergpass überquerten
und sich vor uns ein riesigen Tal im Sonnenuntergang aufzeigte, war ich einfach
überwältigt. Noch nie vermisste ich meine Kamera so sehr: das Licht
war perfekt auf golden leuchtende (verschneite) Berggipfel gerichtet und das
Grün der Wälder war sehr dunkel, Licht und Schatten gaben ein wahres
Naturschauspiel und im Tal selbst waren mehrere Weingärten. Ein TRAUM!!
Mikki und ich schworen uns, hierhin zurück zu kehren. Der Rückweg
durch Central Colorado war durch viel zu viele geschlossene Bergstraßen
leider eine Qual und wir brauchten nahezu sieben Stunden =(
Dennoch: für alle Reiselustigen kann ich Central Colorado nur empfehlen,
denn die Landschaft ist hier ein Traum, die Rockies sind die höchsten
in Nordamerika und die Täler ein Traum aus Kohle- und Silberbergbau und
Landwirtschaft. Aber: auf Grund von Schneemassen bis in den April, sollte
man hier nur zwischen Ende Mai bis Ende September herumdüsen oder die
Reisepläne werden sich wie unsere in Luft auflösen….