Category: Living

Geburtstagsfeiern: Party, Bonfire & Ski fahren

Von admin, 8. März 2004 12:00

Meine Geburtstagsfeier fand (zumindest für mich aus zwei Gründen
überraschend) am Freitag vor meinem Geburtstag statt. Herzliche Glückwünsche
wünscht man sich hier schon lange VOR dem eigentlichen Geburtstag – was
bei uns ja doch irgendwie mit Unglück verbunden wäre und nicht üblich
ist. Nichts desto trotz war ich auch überrascht, eine Party von meinem
Freunden geschmissen zu bekommen, von der ich nichts wusste!
Nach meinem Arbeitstag in der Food Bank brachte mich Mikki ins Freiwilligenhaus,
nichts ungewöhnliches – bis die Türen aufsprangen und alle mit einem
"Happy Birthday" begrüßten. Alle ware alle meine Arbeitskollegen
vom Milagros (sogar unser Manager Will hatte einen Kuchden gesponsert) und
alle Freiwilligen. Heidi hatte sogar Sekt gekauft =) Andere Leute hatten gekocht
und so war es ein nettes Zusammenkommen, unter dem Motto "happy 5th Birthday"
und ich bekam das ein oder andere Spielzeugauto…

Am Samstag Abend fuhren einige Leute vom Murphyhouse zu Luette’s neuem Haus
außerhalb der Stadt. Luette’s Freiwilligenzeit hört nächste
Woche auf und so zog sie mit ihrem Freund in eine kleine Hütte auf einer
Farm, die malerisch schön ist. Zwar gibt es nur zwei Zimmer (ein Wohnzimmer
mit Küche und ein Schlafzimmer mit Badezimmer) was die Party mit 20 Leuten
und 10 Gläsern allerdings sehr gemütlich machte und nur fünf
Minuten warmes Wasser sowie keine Heizung, aber so ist das hier außerhalb
der Stadtgrenzen… Wir hatten ein großes Feuer neben der Büffelwiese
angezündet und irgendwie hatte es eine große Atmosphäre -
Hühner, Büffel und Pferde neben sich, ein großes Feuer vor
sich und einen sternklaren Himmel über sich. Wir spielten in der Werkstatt
des größeren Farmgebäudes Kicker bis Mitternacht und hatten
eine gute Zeit.

Sonntag morgens ging es dann schon früh los. Wegen eines Anrufs musste
ich schon um 6:45 Uhr aufstehen bevor wir um 7:30 Uhr nach Wolf Creek zum
Skifahren aufbrachen. Als wir dort gegen 9 Uhr ankamen, strahlte die Sonne
von einem blaunen Himmel. Gegen Mittag hatte sich diese allerdings hinter
schwarzen Wolken versteckt und als wir gegen 4 Uhr nach Alamosa aufbrachen,
schneite es tonnenweise herab und die Temperaturen waren weit unter den Gefrierpunkt
gefallen! Dennoch war es wunderbar gewesen noch einmal Ski zu fahren, auf
wunderschönen Pisten, auch wenn der Nachmittag auf Grund von Nebel und
eisiger Kälte (-10°C) nicht der schönste war.
Zu Hause angekommen hätte ich direkt ins Bett fallen können, aber
Mikki, die den Tag zu Hause geblieben war, hatte für mich ein Dinner
gekocht: Steak, zweifach gebackene Kartoffeln und eine Gourmet-Salat warteten
auf mich an einem kleinen Tisch mit vielen Kerzen! Was ein guter Ausklang
eines rundum schönen Tages, so dass ich später umgehend in tiefen
Schlaf fiel – für sechs Stunden…

Februar 2004: Schnee, Skis, Rehe & Mehr

Von admin, 1. Februar 2004 12:00

Als ich in meinem kürzlich fertiggestellten Rundbrief schrieb: "Der
meiste Schnee fällt in den Bergen", da wusste ich wohl nicht, was
Alamosa in diesem Februar bevorstand. Zwar habe ich schon seit Januar keinen
Tag erlebt, an dem wirklich kein Schnee lag, aber es waren dann doch ein vielen
Tagen nur noch kleine weisse Flecken.
In den letzten zwei Wochen gab es dann aber wirklich mehr Schnee als genug!
Nach dem heftigsten Schneesturm meines Lebens im Auto waren am nächsten
Tag in Alamosa die Schulen geschlossen, blankes Eis putzte die Landstraßen.
Seitdem gab es fast jede 2. Nacht Schnee. Und wenn ich bis jetzt kein kitschiger
Heimat-Roman-Schfreiber war, so komme ich nicht umhin jeden Abend an meinem
Zimmerfenster zu stehen und der Herde Rehe zuzusehen, wie sie quer durch alle
Gärten traben und dabei nur einem Meter von meinem Fenster entfernt sind.
Wenn dann die Schneeflocken vom Himmel fallen und die Straßenlaternen
alles in ein sanft gelbes Licht tauchen, ja dann fühlt man sich einfach
pudelwohl!
Wie mein Boss sagte: "Alamosa ist dieser Tage ein richtiges Bergdorf".
Weiße Straßen, Schnee bei Nacht und strahlend blauer Himmel am
Tag und zu warme Temperaturen über dem Gefrierpunkt machen jeden Spaziergang
wundervoll und ich genieße die weiße Pracht, die ich so aus Deutscland
einfach nicht kenne!

Natürlich, sie fordert Tribut von Mensch und Technik. Lange Unterwäsche
ist bei -15°F keine Frage von cool oder nicht, sondern der einzige Weg
auf dem Fahrrad nicht vollständig zu erfrieren. Das die sehr alten Autos
der Food Bank nicht starten wollen oder nach mehreren Startversuchen von bis
zu 20min. eine halbe Stunde aufwärmen müssen, daran kann man sich
gewöhnen. Im Freiwilligenhaus neben dem Shelter sind aber leider fast
jede Nacht die Wasserleitungen eingefroren, so dass kleine Heizofen die Heizung
beheizen müssen und es bis zum Nachmittag dauern kann, bis es fließendes
Wasser gibt. Stromausfälle sind auch viel häufiger als im Sommer
und so häufig, wie ich es aus Deutschland nicht kenne.

Das Winterwetter bietet aber natürlich wunderbare Gelegenheiten zum
Skifahren! Meinen ersten Ausflug in das Skigebiet mit dem meisten Schnee in
ganz Colorado, Wolf Creek, unternahm ich am 1. Februar – ganz umsonst. Milagros
hatte zu einem gemeinsamen Ausflug aller Mitarbeiter eingeladen, das Geschäft
einfach geschlossen (für’s Skifahren tun das einige Geschäfte!!)
und wir hatten eine gute Zeit. Trotz vorgeschriebenen Schneeketten hörte
das Schneetreiben auf der Passstraße auf, als wir unsere Lifttickets
in der Hand hielten und ich jubelnd vom Lift kam als ich merkte, das ich nichts
verlernt hatte. Es war definitiv "a lot of fun"!
Deshalb ging es dann am nächsten Sonntag direkt noch einmal Skifahren,
dieses Mal aber ganztags bei dichtem Schneetreiben und -10°C! Es hat sich
aber wirklich gelohnt, denn so viel Pulverschnee wie hier, kriegt man nicht
alle Tage. Nur die Füße, die mussten von heißen Dusche wieder
zum Leben erweckt werden….

Sonntag, 31.08.2003 – Crazy Gottesdienst, Sand Dunes und neue Freiwillige

Von admin, 31. August 2003 12:00

9:30 Uhr: Abfahrt zum Gottesdienst mit nahezu allen Freiwilligen zur "Rivers
of Joy Church". Klingt nach "fun" und einer schönen Feier.
Es war auch "joy", als wir zu Beginn Lieder sangen usw. Doch dann
begann ein Missionar zu predigen. Eine Stunde, eine zweite Stunde … Aber nicht
wegen der Länge, sondern wegen dem Inhalt verließen wir nach 2 1/2
Stunden die Kirche – nach einer Predigt, deren Aussage mir leider verwehrt blieb
und mich langweilte, fing der Typ an Leuten zu sagen, was sie für Probleme
haben und sie dann davon zu heilen. Und einige machten da wirklich mit! Nachdem
er dann alle heilen wollte, verließen wir lieber fluchtartig dieses absurde
Treiben… .
Nie wieder, aber eine Erfahrung! Etwas unheimlich.

Dann gab’s ein gemeinsames Mittagesessen im Murphy-House
bevor wir von dort aus zu den Great Sand Dunes starteten,
riesigen Sanddünen wie in der Wüste direkt vor den Bergen. Es war
total spaßig und schön!
Great Sand DunesEs
hat etwas bizarres, wenn man eine Stunde zu den Bergen fährt und dann vor
einem riesigen Sandhaufen steht – der gehört in die Wüste, aber nicht
vor eine bewaldete Fläche! 3 Stunden waren wir damit beschäftigt auf
den größten Hügel ganz am Rand (der Rest hätte zu lange
gedauert) zu klettern und nachher wie die Irren hinunter zu rennen. Strandfeeling,
weil barfuß und sonnig! Einige Sandschlachten taten das übrige. Von
oben konnte man recht weit sehen und ich war endlich mal am Rand des Valleys.
Da werden mich die Jungs wieder sehen…

Dann, als wir (Udo und ich) abends mal wieder in
unserem Haus waren, fanden wir dieses sehr aufgeräumt und perfekt gereinigt
vor. Der Grund: eine neue Freiwillige war eingezogen, schätze so 27 Jahre
alt und aus dem Süden der US. Das Gute: wir haben nun ein Auto und eine
Putzfee. Das Schlechte: ich weiß noch immer nicht, ob ich hier bleiben
soll oder ins Murphy-House einziehen soll. Es hängt davon ab, was Dan
sagt und wie ich mit der neuen Freiwilligen zurecht komme.
Vorteil meines Hauses: Super Lage, schönes Zimmer, da nur 3 Leute: Zeit,
Ruhe und Platz für sich selbst. Vorteil vom Murphy-House: nette Leute.
Wie soll man so unterschiedliche Dinge denn bitte auch abwägen??

Jetzt, wir haben bald Mitternacht, sind unsere anderen Hausbewohner, die durch
eine kleine Türe abgetrennt sind, bei uns: Tom
und seine Frau Bev (ca. 50), beide arbeiten als Freiwillige
bei La Puente und man sitzt im Wohnzimmer und unterhält sich. Leute aus
unterschiedlichen Ländern und Altersgruppen. Ob es das in Deutschland so
auch gäbe?? Das mag ich hier.

Samstag, 30.08.2003 – Freude & Trauer & Freude

Von admin, 30. August 2003 12:00

Um 9 Uhr wurde ich durch Telefon und einige "busy people", die morgens
um 8 Uhr Teller wuschen, endgültig geweckt, räckelte mich aber noch
eine Stunde in der Sonne, die ins Wohnzimmer fiel und unterhielt mich mit Udo
und Mikki – der Rest musste arbeiten oder schlief
noch.
Dann ging ich gemeinsam mit den beiden ins Milagros
und wir genossen unseren ersten Drink des Tages. Die Zeitungen informierten
dabei über Neuigkeiten. 72°, Sonne, was ein Tag!

Zu Hause angekommen war erstmal telefonieren mit Deutschland angesagt und
mein Zimmer staubsaugen, was mir auf Grund unseres hypermodernen Staubsaugers
aus dem 2. Weltkrieg einen Gehörsturz beschehrte. Dann veranstaltete
ich eine Party für mich, was heisst, dass ich die Musik aufdrehte und
dabei Fotos aus der Tasche kramte. Und tatsächlich: das erste Mal hat
mein Zimmer hier was von "wohnlichem"; werde es aber noch ausbauen…

Was mir aber dabei auch durch den Kopf ging, ist, dass ich zwar jetzt ein
neues Zimmer habe, mit dem ich zufrieden bin, aber Udo
gehen wird und ich nicht weiß wer hier einziehen wird – morgen soll ev.
eine neue Freiwillige ankommen… Darauf bin ich gespannt wie nix, denn es gilt
ein Jahr lang zusammen zu leben!
Dabei habe ich irgendwie im Hinterkopf, dass im Murphy-House
noch immer ein Zimmer "quasi" frei ist und ich nicht besser dort hätte
einziehen sollen, mit mehr Voraussicht also handeln sollen, denn mit zumindest
zwei Leuten verstehe ich mich dort richtig gut! I don’t know. Ein schwierige
Sache und ich hoffe, keine falsche Entscheidung in meinen ersten Tagen getroffen
zu haben – zur Not werde ich dort fluchtartig einziehen x(
Na ja, sowas ging mir auch durch den Kopf, also auch das erste Mal die Sorge,
wie es denn wird, das Jahr.

Abends, nachdem es durch Regen so kräftig abkühlte, dass nach der
kurzen Hose vom Morgen eine Jacke notwendig war, ging ich bei Safeway
shoppen um endlich auch hier einen normalen Toast (Brot gibt es nicht) mit Käse
und Wurst genießen zu können.
Auf dem Rückweg entschied ich mich, beim Murphy-House
vorbei zu schauen, wo ich dann auch bis Mitternacht blieb und wir "Amélie"
guckten – leider verstand ich den englischen Untertitel besser als das Französisch
x( Wie immer war es sehr nett!

Was mir hier irgendwie gefällt und was es mir hier gut ergehen lässt,
ist, dass man zum einen recht frei ist, was man tun möchte, man unheimlich
viel neues erlebt und erlernt und es interessant ist, einen Film zu gucken,
sich danach 10 Minuten über Gott zu unterhalten und dann über ganz
andere Dinge zu sprechen – mit Leuten, die im großen und Ganzen die eigenen
Ansichten teilen, aus Deutschland, Minessota, der
Nähe New Yorks und anderen Regionen kommen.

Morgen geht’s gemeinsam zum Gottesdienst, anschließend hoffentlich zu
den Sand Dunes. =)

Donnerstag, 28.08.2003 – Miagros, Politik, Küche und neues Zimmer

Von admin, 28. August 2003 12:10

Mein Tag begann heute recht lässig, musste nämlich erst um 11 Uhr
arbeiten! =) So war Zeit, einmal mit Deutschland zu telefonieren, was mich erfreute.
Dann begann also mein erster Tag im Coffeeshop von "La
Puente", genannt "Milagros". Es war
nicht so einfach wie ich dachte, Kaffee zuzubereiten. Da gibt es normalen
Espresso, welchen ohne Koffein, normale Milch, fettarme Milch, soy-milk, …
Es gibt dazu wahlweise Schokolade, Caramel, Vanille, …. Je nach Art in unterschiedlichen
Konzentrationen usw. Dazu die Kasse machen und alles sauber halten.
Aber es macht Spaß! Man sieht viele Leute und die Einrichtung dieses ganzen
Ladens mit südamerikanischer Musik hat einfach was für sich.

Als ich um 18:30 Uhr zu Hause ankam, gab es eine kleine Überraschung:
unsere Küche wurde von mir unbekannten Leuten gestrichen. Ich sage nur
"vielen Dank", denn sie ist jetzt nicht mehr braun, sondern hat
weiße Wände und vierfarbige Türen und Schubladen, macht also
echt was her und bringt mehr "Lebensfreude" in dieses Haus. Aber
ich muss doch sagen, dass ich etwas überrascht war, da Udo und mich zuvor
keiner über diese Aktion informiert hatte! Crazy!! So ist es doch immer
wieder aufregend in ein eigentlich bekanntes Haus zurückzukehren… =)
Allerdings hat die Sache auch einen Hacken: ich hatte heute Morgen angefangen
Adrienns altes Zimmer zu säubern und alles ausgeräumt um heute Abend
dort einziehen zu können. Nun haben die Jungs aber alles Zeug aus der Küche
da rein geräumt, alles umsonst x( Mal sehen, ob ich das noch hinkriege,
denn zur Zeit habe ich meinen Koffer noch immer nicht auspacken (können)!
Sehr übel…. Alles ist ziemlich chaotisch was meine eigenen Sachen anbelangt.
Möchte eindlich "einziehen".

Meine Wochenendplanung ist konkreter geworden: ich werde mit zwei anderen
Freiwilligen nach Colorado Springs fahren und dort
campen. Einen Schlafsack haben mir die Mädels freundlicherweise organisiert,
eine Karte habe ich beigesteuert und ein Auto haben wir auch. Jetzt müssen
wir uns nur noch einen Campingplatz und Essen besorgen und hoffen, dass ich
nicht erfriere, denn der Schlafsack den ich bekommen soll ist kleiner als ein
gefalteter Pullover und es regnete heute den ganzen Tag, typisch deutsches Wetter
würde ich mal sagen mit "normalen" Temperaturen. Nicht gut für
unseren Trip.

Heute wurde ich auch das erste Mal auf den Irak-Krieg und meine Position als
Deutscher angesprochen. Ein Typ, der Soldat war und im Milagros war, sagte,
wir Deutsche würden doch alle Amerikaner hassen, obwohl es Deutschland
wie es heute ist ohne sie gar nicht gegeben hätte und es nicht darauf ankommt,
dass keine Massenvernichtungswaffen gefunden wurden, die werde man nämlich
noch früh genug finden. Etwas crazy, denn da konnte ich dann nichts mehr
sagen!

NACHTRAG: Einzug
Alle meine Koffer sind endlich gänzlich ausgepackt und meine Sachen in
einem ziemlich zugestellten Zimmer in einem riesigen Wandschrank untergebracht.
Somit lebe ich jetzt in einem Schlafzimmer mit Computer und habe einen "dressing-room"
– da kann man nicht meckern ;)

Freitag, 22.08.2003 – Ein Tag voller Eindrücke

Von admin, 22. August 2003 12:00

VolunteerhouseWow,
hatte ich lange schlafen können: Um 10:30 Uhr wurde ich wach. Ich war allein
zu Haus. Das erste Mal, dass ich dieses Haus bei Tageslicht sah. Also stiefelte
ich in Boxer-Shorts herum und schaute mich um. Bewunderte die alte Mein ZimmerWaschmaschine,
unsere Küche mit dem riesigen Kühlschrank, die urige Einrichtung,
mein kleines Zimmer, das Bad, … Exciting! Mir ging so vieles durch den Kopf….
Dann hatte ich auch schnell eine Telefondose gefunden und bekam sogar nach dem
zweiten Versuch direkt eine Verbindung und schrieb schnell meine erste Email.

Es war Zeit zu duschen, denn um 12 Uhr wollte ich mich mit Udo
beim Shelter zum Mittagessen treffen. Die Dusche hatte
ich gerade (mit einem hässlichen Handtuch geschmückt) verlassen, da
kam ein Mädel zur Tür herein spaziert. Muss wohl Adrienn
sein, dachte ich mir, die Freiwillige aus Ungarn, von der Udo
berichtete. Und so war es. Erstes Treffen also mit meiner neuen Mitbewohnerin,
die nicht nur gut aussah, sondern auch perfektes Englisch sprach auf dem Flur
mit Handtuch. Ob ich mir das nicht anderes vorgestellt hatte?

Dann ging es zum Essen nach nebenan, zum "Shelter", was prall gefüllt
war. Udo war noch nicht dort, aber ich traf direkt
einige andere Freiwillige zu denen ich mich an den Tisch setzte. Es gab Hamburger
mit Chips und Salat ohne Soße, dazu Wasser aus der Leitung. Schmeckte
gut. Vor allem war es schön andere Leute, die nur wenig älter sind
als ich, kennen zu lernen!
Nach einem Kaffee und Gesprächen über Gott und die Welt ging ich wieder
nach Hause. Dort bot mir Adrienn an, mich mit zum
Postamt zu nehmen, was ich dankend annahm um etwas von Alamosa sehen zu können.
Anschließend gingen wir noch schnell zur Bücherei.

Das führte dazu, dass ich zu meinem ersten Date mit Dan,
dem Verantwortlichen für die Freiwilligen hier, zu spät kam, was aber
nicht schlimm war, da er länger telefonierte und ich in der Zwischenzeit
die anderen Leute aus dem Büro kennen lernte, allesamt sehr freundlich!
So auch Geneva, von der ich bereits viel gehört
hatte, da Udo und Ralf zwischenzeitlich
bei ihr wohnten. Sie nahm sich auch direkt meiner an! ;)
Dan entschied sich mit mir zu einem Gespräch
zusammensetzten zu wollen um mehr über "Nils" zu erfahren.
Das taten wir dann auch in unserem Wohnzimmer. Es war ein gutes Gespräch,
vielleicht eine 3/4 Stunde lang. Wir entschieden, dass ich erstmal hier wohnen
bleiben kann. Adrienn wird bereits am Mittwoch nach
Hause fahren und ich dann in ihr Zimmer ziehen, das schöner, größer
und heller ist und ein besseres Bett hat. Außerdem wollte Dan,
dass ich im "Milagros"-Café und der "Food Bank"
arbeite, womit ich durchaus einverstanden war.
Mal sehen, ob ich nachher doch noch was mit den Kids machen kann, mir scheint
das hier recht locker. Zur Zeit hätte ich dazu nämlich ziemlich Lust.
Und Mikki, eine Freiwillige aus den USA, die sicher
mit den Kids arbeiten wird, scheint sehr nett!

Dann fuhr mich Dan durch Alamosa
und er zeigte mir alle La Puente Projekte. Die weiteren
zwei Freiwilligenhäuser, das Milagros-Café,
Rainbows End und die Food bank.
Das Bürogebäude und das Shelter sind meine
direkten Nachbarn, so habe ich es also nicht weit… Einziger Nachteil: im anderen
Freiwilligenhaus leben 9 Leute, da wird also mehr los sein. Leider liegt es
etwas außerhalb, so dass ein Rad gut wäre. Ich denke, ich werde Adrienns
übernehmen können.
Mit dem Auto gibt es leider Probleme. Dan will mir
ein Auto geben, für die Food Bank. Lance will
das nicht, weil seine Autoversicherung im Jahr 300$ kostet, aber für mich
im Monat 300$ und das zu teuer für La Puente
ist. Mal sehen, Dan meinte, ich solle mich nicht drum
kümmern, er würde das klären. Ich bin gespannt, denn ohne Auto
sieht es hier echt schlecht aus! Alamosa ist zwar flächenmäßig
groß, aber los ist hier nicht viel. Und sogar um zu Wal-Mart
zu kommen wäre ein Auto praktisch.

Dann war ich also wieder zu Hause und habe einen Stapel Zettel zu lesen und
zu unterschreiben. Zur Geschichte, den Projekten, die AGB und ich muss erklären
keine Drogen zu konsumieren usw.
Abends rief Geneva an und sagte, sie würde mich
in 2 Sekunden zum Abendessen bei ihr zu Haus abholen, was dann auch der Fall
war. Udo kam auch mit. So verbrachte ich also meinen
ersten Abend direkt bei ihr und es gab extra "home made spanish food"
– ich sage nur: "spicy!". Aber lecker. Dann wurde eine Runde Football
gegeuckt und ab ging’s nach Haus und ins Bett.

Donnerstag, 21.08.2003

Von admin, 21. August 2003 12:00

Es war eine kurze Nacht für mich gewesen, denn mein Heimcomputer beschloss
am Abend zuvor mich die CDs nicht so brennen zu lassen, wie ich mir das vorgestellt
hatte. Morgens um 4 Uhr verließ ich dann für ein Jahr mein bequemes
Bett und es ging zum Flughafen nach Düsseldorf.
Dort überraschte mich meine Oma und meine Tante mit ihrem Auftauchen! Süß,
hat mich sehr gefreut. Das "Tschüs-Sagen" viel mir leichter als
gedacht, ging mir doch mein Flug nicht ganz aus dem Kopf und brachte mich so
auf andere Gedanken.

Auf dem Weg nach London ging mir vieles durch den
Kopf, Gedanken, was man so alles zurück lässt – ungern und gern ;)
In London angekommen, war es kein Problem, den richtigen Schalter zu finden,
ich hatte 3 Stunden Zeit! Ich schaute mich in allen Läden um und als ich
mein Ticket für AmericanAirlines einlösen
wollte, da stand auch schon Jan am Schalter, ein anderer
Freiwilliger, mit dem ich zusammen nach Dallas fliegen
sollte.
Der Sicherheitscheck in London dauerte eine geschlagene
Stunde! 3 Leute wurden zu Rate gezogen um festzustellen, ob das Gewicht von
Jans Handy auch wirklich normal ist, Sprengstoffproben
von all unseren Sachen genommen, selbst das CD-Rom-Laufwerk meines Computer
inspiziert und schließlich mein Schulkleber aus meinem Mäppchen als
Waffe einkassiert x(

Auf dem Flug von London nach Bosten
gab’s das Video "What a girl wants" zu sehen, erste Einstimmung auf
Englisch also. Zudem saß ich neben einer sehr netten Amerikanerin, die
in ihrem Geburtstsland Urlaub machte – mit ihrem Ehemann, der Deutscher ist,
jedoch gemeinsam mit ihr in Südafrika wohnt!
In Boston angekommen galt es in die USA einzureisen, also warten, bis man zu
einem Beamten hinter Sicherheitsglas durchkommt. Mein Gespräch lief wie
folgt:
"Passport" – "Here" – "How long do you wanna stay?"
– "One year, I’m a volunteer, wait, …, here, these letters are for you"
er wirft einen flüchtigen Blick auf das Stück Papier und gibt
es mir zurück
"No way, 6 months" – "But, your embassy,
… that doesn’t work" – "I make the decissions, 6 months", Stempel
und fertig.
Jan hatte mehr Glück, er wurde in einen extra Raum gebracht, wo er erzählen
konnte, was er macht und bekam ein Jahr. Ich wurde, auf ihn wartend, des Saals
verwiesen, was ich tat, als zwei Sicherheitsbeamte auf mich zukamen und mich
abermals mit "Sir, Sir" ermahnten!
An diesem Punkt war ich wirklich sehr geknickt, denn ich wollte dem Land nicht
böses und es war diese Willkürlichkeit (ist der Beamte nett oder nicht?!),
mit der man über eine Aufenthaltserlaubnis entschied, die mich traurig
und mich wenig respektiert stimmte.
Der Weiterflug war aber dann recht einfach zu finden, unser Gepäck kam
ohne jede Nachfrage durch den Zoll, das war sehr gut, da mein Koffer zum Bersten
voll war. Leider mussten wir aber sehr lange warten, bis es dann endlich los
ging, Langeweile ohne Ende!

Auf dem Flug von Boston nach Dallas
gab das gleiche Video, die anderen interessierten mich nicht oder ich hatte
sie schon gesehen, Zeit um zu Schlafen also.
In Dallas selbst fanden wir uns auf dem Flughafen
am Anfang gar nicht zurecht. Und das, obwohl ich das erste Mal nicht riesig
Zeit hatte. Aber wir schafften es unsere Abflugplätze zu finden und dann
galt es "Tschüs" zu sagen. Mein Flug nach Albuquerque
hatte dann auf Grund von Gewittern Verspätung und ich wurde sehr müde…
Notiz aus dem Flugzeug auf dem Weg nach Albuquerque:
"Was ein Flug: Mehr als 24 Stunden bin ich nun schon wach und im Flugzeug.
Davor nur 2 Stunden geschlafen. Hoffentlich halte ich durch. In Albuquerque
sind 3/4 aller Flugzeuge von AA. Verspätung von einer Stunde wegen heftigen
Regens. Hoffe Udo muss nicht zu lange warten. Habe vergessen mit ihm ein Erkennungszeichen
auszumachen und weiß gar nicht, wo er wartet. Die Flugzeuge werden immer
kleiner, nun noch nicht mal mehr Essen."

I finally made it! Irgendwann am späten Abend kam ich dann in Albuquerque
an, Udo hatte ich sofort gefunden, war aber etwas
über seinen ersten Satz "We should speak in english" etwas zu
überrascht, als das ich seiner Anweisung gefolgt wäre. Alle Koffer
waren da und so konnte es losgehen. La Puente bezahlte
uns ein Essen bei BurgerKing, das gut tat. Dann fuhren
wir 4 Stunden nach Alamosa, ich fiel aber nach der
ersten Stunde in einen sanften Schlaf…
Kurz vor Alamosa wurde ich dann wach. "Zu Hause"
angekommen, erlebten Udo und ich eine Überraschung:
Freunde von Udo hatten beschlossen "einzubrechen"
und die Nacht in unserem Haus zu verbringen und früh morgens abzureisen.
Einer dieser Leute schlief in dem für mich bestimmten Bett, so dass wir
ihn leider um 2:30 Uhr, denn so spät war es geworden bevor ich ankam, auf
den Fußboden im Wohnzimmer verweisen mussten! "Trouble" direkt
in den ersten Minuten meiner Ankunft.
Aber es war alles kein Problem und ich freute mich nach mehr als 30 Stunden
Reise auf ein Bett…

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